Vitamin B12, Gehirn und Psyche

 

Vitamin B12, Gehirn und Psyche

So hilft Vitamin B12 Psyche und Gehirn: B12 ist wichtig zum Schutz der Nerven und zur Bildung von Neurotransmittern und Hormonen. B12 bei Depression und Demenz.

Vitamin B12 – wichtig für das Gehirn und die Psyche

Vitamin B12 wird für diverse Prozesse benötigt, welche das Gehirn und die psychische Gesundheit massiv beeinflussen. Vitamin B12 ist kritisch für die Funktion des Zentralnervensysstems und die Gesundheit des Gehirns. Ein Vitamin-B12-Mangel kann nicht nur temporär die Funktion des Gehirns stark beeinträchtigen, sondern dauerhaften strukturellen Schaden anrichten.

Vitamin B12 verursacht Fehlfunktionen des Gehirns und neuropsychiatrische Symptome auf mehreren Wegen

  1. Vitamin B12 ist wichtig für die Entwicklung und den Schutz der neuronalen Verbindungen des Gehirns.
  2. Vitamin B12 spielt eine Rolle in der Synthese wichtiger Botenstoffe im Gehirn.
  3. Vitamin B12 wirkt diversen neurotoxischen Substanzen im Gehirn entgegen.
  4. Vitamin B12 moduliert wichtige Zytokine im Zentralnervensystem

Vitamin B12 beeinflusst und erhält auf diese Weise Stimmung, kognitive Leistung, Gedächtnis, Wahrnehmung, Koordination und viele andere grundlegende Prozesse im Gehirn. Vitamin B12 gilt darum heute als eines der wichtigsten Vitamine für die Psyche.

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Vitamin-B12-Mangel – psychische Symptome

Ein Vitamin-B12-Mangel kann zu diversen psychischen Symptomen führen. Zu den häufigsten gehören:

  • Demenz,
  • Gedächtnisverlust,
  • Verfall der kognitiven Fähigkeiten,
  • kognitive Störungen,
  • schwere Konzentrationsschwäche,
  • Depression,
  • Schizophrenie,
  • Manie,
  • Katatonie,
  • Paranoia,
  • Psychosen,
  • Wahnvorstellungen,
  • Delirium,

Zum Teil und unter bestimmten Umständen sind diese Symptome vollständig mit Vitamin B12 therapierbar. [1] Oftmals können jedoch verschiedene Ursachen zu diesen Symptomen führen oder mehrere Ursachen gleichzeitig vorliegen, so dass eine Wirksamkeit von Vitamin B12 nicht grundsätzlich gegeben ist.

Diese Symptome entstehen oftmals, bevor sich ein Mangel eindeutig an Blutbildern ablesen lässt, weshalb der Serums-Wert für Vitamin B12 heute nicht mehr als verlässlicher Marker gilt. [2, 3]

Optimale Vitamin-B12-Spiegel für psychische Gesundheit

Viele Forscher vertreten aber inzwischen die Ansicht, dass die aktuellen Grenzwerte für Vitamin B12 viel zu niedrig angesetzt sind. Sie beruhen allein auf dem Symptom der Blutarmut und berücksichtigen nicht die neueren Erkenntnisse zur Wirkung des Vitamin B12.

Die Forschung hat gezeigt, dass für die psychischen Symptome nicht der Spiegel im Serum, sondern in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit ausschlaggebend ist. [4, 5] Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass eine ausreichende Konzentration im Gehirn und Rückenmark erst ab Vitamin-B12-Spiegeln um die 600 pg/ml erreicht wird. [6]

So erklärt sich vermutlich, warum psyschische Symptome auftreten, lange bevor sich da Blutbild verändert oder die konventionellen Grenzwerte für Vitamin B12 erreicht werden, die einen Mangel erst bei 200-300 pg/ml ansetzen.

Bei psychiatrischen Patienten ist es darum sinnvoll, Blutwerte oberhalb von 600 pg/ml, sowie eine Reduktion der sekundären Marker Methylmalonsäure und Homocystein auf die unteren Grenzwerte anzustreben.

Vitamin B12 und die Entwicklung des Gehirns

Die große Bedeutung des Vitamin B12 für das Gehirn macht sich besonders auch in der Entwicklung des Gehirns und Nervensystems im Mutterleib und den ersten Lebensjahren extrem bemerkbar. Ein Vitamin-B12-Mangel der Mutter in der Schwangerschaft oder Stillzeit kann zu schweren Fehlentwicklungen des kindlichen Gehirns führen. [7]

Dies führt unter anderem zu folgenden Symptomen:

  • Entwicklungsverzögerung
  • Blutarmut
  • Appetitlosigkeit
  • chronisches Erbrechen
  • Untergewicht
  • geringes Gehirnvolumen/Atrophie
  • Spastiken/Krämpfe
  • Apathie
  • Reizbarkeit

Nicht immer sind die entstehenden Schäden umkehrbar, weshalb eine ausreichende Vitamin-B12-Versorgung in der Schwangerschaft kritisch ist. Besonders vegane und vegetarische Frauen, Diabetikerinnen, und Frauen, bei denen Magen-Darm-Probleme bekannt sind, sollten darum auf eine gute Vitamin-B12-Zufuhr acht geben. Oftmals ist dies nur über entsprechende Präparate möglich.

Wie wirksam ist Vitamin B12 bei psychischen Störungen und Erkrankungen?

Der Einsatz von Vitamin B12 – und Nährstoffen insgesamt – ist in der psychiatrischen Praxis leider noch nicht wirklich angekommen. Dies ist um so trauriger, wenn man bedenkt, welche starken Medikamente immer freizügiger verschrieben werden, die zum Teil starke Eingriffe in das sensible chemische Gleichgewicht des Gehirns bedeuten und deren Langzeit-Folgen extrem umstritten sind.

Die wissenschaftliche Literatur zeigt zahllose beeindruckende Fallberichte, bei denen sich selbst schwerste psychische Störungen allein durch Vitamin B12 beheben lassen. Auch in den Zuschriften der Leser dieser Webseite finden sich beeindruckende Erfahrungsberichte. Das Erkennen und Beheben eines Vitamin-B12-Mangels kann in einigen Fällen das Ende von jahrelanger Medikamenten-Abhängigkeit oder sogar Klinikaufenthalte bedeuten.

Wie schon oben beschrieben sind die Ursachen für viele psychischen Störungen jedoch komplex und kein Nährstoff nimmt in diesem Kontext den Status eines Wundermittels ein, vor allem, weil oft mehrere Mängel gleichzeitig vorliegen. Dies bereitet auch große Schwierigkeiten in der Forschung.

Methylcobalamin und Methylfolat

Nicht in allen Fällen ist geklärt, durch welche Mechanismen Vitamin B12 verschiedene psychische Krankheiten beeinflusst. Vermutlich ist es aber vor allem Methylcobalamin, welches die ausschlaggebende Rolle spielt.

Diese Vermutung wird auch dadurch unterstützt, dass Vitamin B12 oftmals nur zusammen mit Methylfolat (L-5-MTHF, Metafolin, Quatrefolic) gute Erfolge bringt.

Das ist wichtig:

  • Vitamin B12 spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit von Gehirn und Psyche
  • Zahlreiche psychische Störungen können durch einen Vitamin-B12-Mangel ausgelöst werden
  • Eine Behandlung mit Vitamin B12 kann dramatische Erfolge haben
  • Alle natürlichen Formen von Vitamin B12 – Methylcobalamin, Adenosylcobalamin und Hydroxocobalamin – spielen in diesem Zusammenhang vermutlich eine Rolle. Methylcobalamin kommt vermutlich die größte Bedeutung zu.
  • Teilweise ist zusätzlich Methylfolat nötig

Vitamin B12 bei psychischen Symptomen

Bei leichten psychischen Symptomen kann folgende Nahrungsergänzung empfohlen werden.

Vitamin B12

1000µg

Natürliche Formen: Methylcobalamin, Adenosylcobalamin, Hydroxocobalamin

Folat

400µg

L-5-MTHF, Quatrefolic

Im Folgenden eine kleine Übersicht der Forschung zu Vitamin B12 in einzelnen Krankheitsbildern.

Vitamin B12 und Depression

Niedrige Vitamin-B12-Spiegel wurden in diversen Studien mit Depression assoziiert. [8] Auch eine Verbesserung der Behandlungsergebnisse durch hohe Vitamin-B12-Spiegel wurde berichtet. [9] Immer wieder wurde darum von verschiedenen Forschern gefordert, Vitamin B12 stärker in den Fokus der Forschung bei Depression zu rücken. [10]

In Interventionsstudien konnte Vitamin B12 jedoch keine eindeutige Verbesserung bringen, wie eine Meta-Analyse aus 2015 zeigte. [11] Möglicherweise sind aber auch unzureichende Dosierungen und fehlende Kofaktoren Gründe für die uneindeutigen Ergebnisse. Teilweise wurden Dosen unter 500µg eingesetzt, was nach heutiger Sicht zu wenig ist, um bei Aufnahmestörungen einen Erfolg zu bringen. Andererseits zeigt neuere Forschung, dass Depressionen vermutlich Anzeichen starker Entzündungen im Körper sind – Vitamin B12 ist hier nur ein Nährstoff, der wichtig für die Bekämpfung chronischer Entzündungen ist.

Eine mögliche Wirkung des Vitamin B12 ist hier einerseits durch direkte anti-entzündliche Wirkungen und durch die Förderung der Synthese von SAM denkbar, dass sich als sehr wirkungsvoll gegen Depression erwiesen hat. [12,13] Dafür wirkt Vitamin B12 im Verbund mit Folsäure und kann nur bei ausreichender Versorgung mit beiden Vitaminen Erfolg bringen.

Dies wird dadurch erschwert, dass ein großer Teil klinisch depressiver Patienten eine genetische Mutation aufweist, welche die Umwandlung von Folsäure in aktives Folat beeinträchtigt. [14 -16] Menschen mit dieser so genannten MTHFR-Mutation sind auf eine Zufuhr von Folat in der aktiven Form Methylfolat (L-5-MTHF) angewiesen, die sich wiederum ebenfalls als wirksam bei Depression erwiesen hat. [17]

Interessant wären darum Studien, welche Vitamin B12 zusammen mit Methylfolat untersuchen.

Vitamin B12 und Schizophrenie

Ein ähnliches Bild zeigt sich für Schizophrenie. [18] Auch hier scheinen Vitamin B12 und Methylfolat zusammenzuwirken. [19] Ein Mangel an Vitamin B12 und Folat führt zu seinem Ansteigen des Homocystein-Spiegels im Blut. Ein erhöhter Homocystein-Spiegel konnte in mehreren Studien als großer Risikoaktor für Schizophrenie ausgemacht werden.xx Auch hier spielen die bereits angesprochenen MTHFR-Mutationen wieder eine große Rolle. [21, 22] Methylfolat brachte entsprechend gute Ergebnisse in der Behandlung. [23]

Eine Therapie mit Vitamin B12 und Folsäure brachte in mehreren Studien eine deutliche Verbesserung der Symptome. [24, 26]

Eine Studie aus dem Jahr 2016 konnte zeigen, dass an Schizophrenie erkrankte Menschen deutlich reduzierte Spiegel von Methylcobalamin in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit aufwiesen, während die Schwankung in Blut weit weniger ausgeprägt war. Welche Mechanismen für die Regulation des Vitamin B12 im Gehirn verantwortlich sind, ist derzeit noch unklar. Vermutet werden Störungen der Blut-Gehirn-Schranke. Diese Beobachtung stützt jedoch die These, dass ein Mangel an Methylcobalamin an der Entstehung von Schizophrenie beteiligt ist.

Vitamin B12 und Psychosen

Psychosen sind ein anerkanntes Symptom eines Vitamin-B12-Mangels und der Zusammenhang ist nunmehr seit fast 100 Jahren bekannt und gut erforscht – bis hin zur genauen Präsentation der damit zusammenhängenden EEG-Abnormalitäten. [27, 28]

Durch Vitamin-B12-Mangel verursachte Psychosen sprechen gut auf Vitamin B12 an und lassen sich durch das Vitamin vollständig therapieren. [29, 30] Erstaunlich ist dabei, dass die Psychose durchaus auch das einzige Symptom eines Vitamin-B12-Mangels sein kann. Vitamin B12 kann dabei in der Behandlung bessere Ergebnisse erzielen als herkömmliche anti-psychotische Medikamente. [31] Hydroxocobalamin hat sich dabei als ebenso effektiv erwiesen wie Methylcobalamin.

Auch hier deutet vieles darauf hin, dass hier nicht die Vitamin-B12-Konzentrationen im Blut, sondern jene in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit ausschlaggebend ist, wie es sich weiter oben bei Schizophrenie bereits zeigte. [32] Der genaue Mechanismus ist ungeklärt.

Vitamin B12, Manie und bipolare Störungen

Beinahe ebenso gut belegt ist der Zusammenhang von Vitamin-B12-Mangel mit manischen Symptomen. Zahlreiche Fallstudien zeigen, dass schwere manische Zustände sich durch Vitamin B12 schnell und effizient therapieren ließen. [33 – 36]

Der genaue Zusammenhang ist hier unbekannt, jedoch wird tweilweise vermutet, dass Schäden an den Myelinscheiden der weißen Substanz des Gehirns hier die ursächliche Rolle spielen. [37]

Dies ist aber insofern fraglich, als dass sich die Symptome umkehren lassen, was bei strukturellen Myelin-Schäden eher unwahrscheinlich ist.

Vitamin B12 und Demenz

Breite wissenschaftliche Aufmerksamkeit hat der Zusammenhang von Vitamin B12 mit Demenz und der Alzheimer Krankheit bekommen. Zahlreiche Studien konnten einen statistischen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-B12-Spiegeln und dem Verlust kognitiver Fähigkeiten zeigen. [38 – 40] Dabei konnte auch gezeigt werden, dass niedrige B12 Spiegel dem Entstehen solcher Krankheiten vorausgehen, wenngleich dadurch noch keine Kausalität bewiesen ist. [41, 42]

Das therapeutische Potenzial für Vitamin B12 ist offenbar sehr begrenzt, da nur ein enges Zeitfenster zu existieren scheint, in dem Vitamin B12 den kognitiven Verfall noch Aufhalten kann. Mehrere Studien konnten zeigen, dass dieses Zeitfenster etwa 6-12 Monate nach dem Auftreten der ersten Symptome beträgt. [43 – 45]

Nach diesem Zeitraum scheinen die Schäden zumindest durch Vitamin B12 nicht mehr zu beheben zu sein. Auch hier scheinen durch einen Vitamin-B12-Mangel entstehende strukturelle Schäden ausschlaggebend zu sein.

Mechanismen der B12-Wirkung auf die Psyche

Im Folgenden sollen die oben bereits genannten Mechanismen der B12-Wirkung im Einzelnen erläutert werden.
Alle diese Mechanismen spielen vermutlich eine große Rolle, wenngleich wir gesehen haben, dass nicht geklärt ist, welche Mechanismen genau für welches Symptom verantwortlich sind.

Es ist aber plausibel anzunehmen, dass für die reversiblen Symptome wie Depression oder Psychosen vor allem auf chemische Zusammenhänge zurückzuführen sind, während die irreparable Natur vieler Formen von Demenz eher von der Zerstörung von Nerven zeugt.

Vitamin B12 und Psyche

Vitamin B12 und Neurotransmitter

Vitamin B12 trägt auf gleich zwei Wegen zur Synthese und Funktion der sogenannten Monoamin-Neurotransmitter bei, die größtenteils sowohl als Hormone als auch als Neurotransmitter (Botenstoffe im Nervensystem) fungieren.

  1. Vitamin B12 stimuliert die Bildung von Tetrahydrobiopterin (BH4) einem wichtigen Coenzym der Neurotransmitter-Synthese. [46, 47]
  2. Vitamin B12 ist nötig für die Synthese von Methionin, welches zu S-Adenosyl-Methionin (SAM) weiter verstoffwechselt wird und ebenfalls eine Rolle in der Synthese von einigen Neurotransmittern spielt. [48 – 50]

Zu den so durch Vitamin B12 beeinflussten Neurotransmittern gehören unter anderem:

  • Dopamin
  • Adrenalin
  • Noradrenalin
  • Melatonin
  • Serotonin

Außerdem beeinflusst Vitamin B12

  • Acetylcholin

Alle diese Neurotransmitter und Hormone erfüllen wichtige Funktionen im Nervensystem und beeinflussen Wahrnehmung, Stimmung und kognitive Prozesse massiv.

Vitamin B12 und der Schutz der Nerven

Ein Mangel von Vitamin B12 kann nicht nur zu chemischen Veränderungen im Gehirn führen, sondern auch zu dauerhaften strukturellen Verlusten von Nerven, Gehirnmasse und neuronalen Verbindungen. Nicht immer lassen sich solche Schäden wieder umkehren.

Einer der Hauptmechanismen hierfür ist die Vitamin-B12-abhängige Regeneration der sogenannten Myelinscheiden, einer fettreichen Schutzschicht um die Nervenstränge, welche einerseits die Nervenleitfähigkeit erhält, andererseits die Nerven vor neurotoxischen Substanzen, Radikalen und Giftstoffen schützt.

Am Aufbau der Myelinscheiden sind sowohl Methylcobalamin als auch Adenosylcobalamin beteiligt.

Eine ausführliche Diskussion hierzu findet sich im Artikel: Vitamin B12 und Nerven

Vitamin B12: Gegenspieler von Homocystein, MMA und Radikalen

Vitamin B12 ist außerdem ein wichtiger Gegenspieler einiger neurotoxischer und/oder pro-entzündlicher Substanzen. Dazu gehören:

  1. Homocystein
    Methylcobalamin fördert die Umwandlung von Homocystein zu Methionin
  2. Methylmalonsäure (MMA)
    Adenosylcoabalamin fördert die Umwandlung von MMA
  3. Stickstoff-Radikale
    Vitamin B12 – besonders Hydroxocobalamin – ist ein Fänger von Stickstoffradikalen. Vitamin B12 steuert außerde die Synthese der No-Radikale [51, 52]
  4. Sauerstoff-Radikale
    Reduziertes Cobalamin ist ein Fänger von Superoxid und anderen Sauerstoff-Radikalen. [53 – 55]

Alle dies Substanzen greifen Nerven und Gehirn entweder direkt an, oder fördern chronische Entzündungen, welche die Nerven schädigen.

Während diese Funktionen von Vitamin B12 lange Zeit kaum Beachtung fanden, rücken sie in den letzten 10 Jahren stärker in den Fokus der Forschung, da die Wirkung des Vitamin B12 in diesem Bereich deutlich unterschätzt wurde.

Vitamin B12 und Zytokine

Recht neu ist die Erkenntnis, dass Vitamin B12 Wirkungen hat, die weit über das bisherige Bild als Kofaktor von Stoffwechselreaktionen hinausgeht. Mehrere Studien konnten zeigen, dass Vitamin B12 Hormon-ähnliche Wirkungen auf spezielle Botenstoffe, die sogenannten Zytokine entfaltet, indem es die Spiegel einzelner Zytokine herunterreguliert und andere anhebt. [56 – 59]

Die dabei betroffenen Zytokine haben wichtige Funktionen für den Schutz und Erhalt von Nerven und Gehirn zum Beispiel indem sie Entzündungen reduzieren oder die Produktion von Radikalfängern anregen

Fazit Vitamin B12 und Psyche

Wie zahlreichen Fallberichte zeigen, kann ein Vitamin-B12-Mangel verheerende Auswirkungen auf die geistige Gesundheit haben. Während die entsprechenden Symptome sich in einigen Fällen durch Vitamin B12 komplett therapieren lassen, scheinen längere Vitamin-B12-Mängel in anderen Fällen dauerhafte Schäden zu hinterlassen, die sich nicht umkehren lassen.

Dies verdeutlicht einerseits die enorme präventive Bedeutung ausreichender Vitamin-B12-Spiegel, andererseits aber auch das faszinierende therapeutische Potenzial des Vitamin B12.

Risikogruppen wie Vegetariern, Veganern, Schwangeren, Stillenden, chronisch Kranken und älteren Menschen ist eine Nahrungsergänzung mit Vitamin B12 dringend zu empfehlen.

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