Vitamin B12 Aufnahmestörung

 

Vitamin B12 Aufnahmestörung

Eine Vitamin B12 Aufnahmestörung ist eine der häufigsten Ursachen eines Vitamin B12 Mangels. Wie kommt sie zustande? Wie kann sie behoben werden?

Vitamin-B12-Aufnahmestörung: Häufigste Ursache für Mangel

Aufnahmestörungen sind eine sehr häufige Ursache eines Vitamin-B12-Mangels. Die Resorption von Vitamin B12 im Körper ist recht komplex und kann an gleich mehreren Stellen gestört werden.

Solche Aufnahmestörungen führen dazu, dass der Körper das Vitamin B12 nicht aufnehmen kann, selbst wenn genügend Vitamin B12 mit der Nahrung zugeführt wird. In der Folge ensteht ein Vitamin-B12-Mangel, obwohl die Vitamin-B12-Zufuhr eigentlich ausreichend ist.

Ursachen für eine Vitamin-B12-Aufnahmestörung

Häufigste Ursache einer Aufnahmestörungen sind Probleme und Reizungen im Magen-Darm-Trakt und Autoimmunreaktionen gegen die Vitamin-B12-Transportmoleküle. Im Alter lässt die Aufnahmefähigkeit für Vitamin B12 generell nach, so dass Aufnahmestörungen hier sehr häufig werden.

Die häufigsten Ursachen für eine Vitamin-B12-Aufnahmestörung sind:

  • hohes Alter
  • Entzündungen, Reizungen und Krankheiten von Magen und Darm
  • Autoimmunreaktionen gegen die Vitamin-B12-Transportmoleküle
  • Gastritis, Morbus Crohn
  • Infektion mit Parasiten wie Helicobacter pylori oder Bandwürmern
  • Alkohol, Rauchen, Drogen, Medikamente
  • Leberschäden, Schäden an der Bauchspeicheldrüse
  • Darmresektion

Behandlung von Vitamin-B12-Aufnahmestörungen

Die Behandlung einer Vitamin-B12-Aufnahmestörung hat zwei Aspekte:

  1. Beheben des B12-Mangels
    Der Mangel wird sofort durch Vitamin-B12-Präparate behandelt, da sonst irreparable Schäden entstehen können.
  2. Behandlung der Ursachen
    Die Ursache der Aufnahmestörung wird identifiziert und behandelt.

Sofern nicht Teile des Dünndarms entfernt wurden, können alle Formen einer Vitamin-B12-Aufnahmestörung durch orale Präparate behandelt werden.

Wenn ein starker Mangel oder deutliche Symptome vorliegen, sollte eine hochdosierte Anfangstherapie durchgeführt werden. Danach und in allen anderen Fällen reicht eine etwas geringer dosierte Erhaltungstherapie aus.

Hochdosierte Anfangstherapie5000µg/Tag für 4 WochenHydroxocobalaminHydroxocobalamin + hochdosiert + Depot + 5000µg
Erhaltungstherapie1000µg/TagMethyl-, Adenosyl- und HydroxocobalaminB12 + Methylcobalamin + Adenosylcobalamin + Hydroxocobalamin + 1000µg + Bioaktiv

Vitamin B12 Aufnahme

Wie genau entstehen aber Vitamin-B12-Aufnahmestörungen. Um dies genauer zu verstehen, wollen wir im Folgenden den Weg betrachten, den das lebenswichtige Vitamin in unserem Körper nimmt.

Dabei ist zunächst zu beachten, dass es zwei verschiedene Mechanismen der Vitamin-B12-Aufnahme gibt:

  1. Aktive Aufnahme
    Aufnahme über spezielle Transportmoleküle
  2. Passive Aufnahme
    Passive Diffusion von Vitamin B12 durch die Darmwand

Sehen wir uns zunächst die aktive Aufnahme an, die vor allem bei der Aufnahme von Vitamin B12 aus Nahrungsmitteln eine Rolle spielt.

Freisetzen des B12 aus der Nahrung

Durch die Nahrung nehmen wir Vitamin B12 auf, das an tierische Proteine gebunden ist und zunächst von diesen Proteinen getrennt werden muss. Im Magen sorgen das Enzym Pepsin und die Magensäure dafür, dass diese Proteine aufgeschlossen und das Vitamin B12 so freigesetzt wird.

B12 bindet sich im Magen nun an körpereigene Transport-Proteine, die sogenannten R-Proteine, die das Vitamin in den Dünndarm transportieren.

Transport des B12 in den Dünndarm

Spezielle Pankreas-Enzyme im Dünndarm (vor allem Trypsin) spalten diesen R-Protein-Komplex nun wieder auf und das so freigewordene Vitamin B12 bindet sich an ein weiteres Transport-Protein – den Intrinsic Factor, welcher im Magen gebildet wurde.

Aufnahme durch Intrinsic Factor und Transcobalamin

Der Intrinsic Factor dockt an spezielle Rezeptoren der Darmwand an, wodurch das Vitamin durch die Zellmembranen aufgenommen werden kann – ein Vorgang, für den Calzium benötigt wird. In den Endosomen der Zelle wird das B12 durch Enzyme wieder vom Intrinsic Factor getrennt.

In den Zellen bindet sich das freie B12 wiederum an ein spezielles Transportmolekül namens Transcobalamin II (TC2) und gelang so schließlich ins Blut. In Form von B12-TC2 wird ein Teil des Vitamins zu den Körperzellen transportiert, ein anderer Teil bindet sich an zwei weitere Transcobalamine (TC1 und TC3) und wandert so in die Körperspeicher der Leber.

Aufnahmestörung: Umwandlung in die bioverfügbaren B12-Formen

Der B12-TC2 Komplex, der zu den Körperzellen gelangt, wird im Inneren der Zelle in Hydroxocoblamin umgewandelt und gelangt in dieser Form in das Zellplasma.

Nun wird das Vitamin B12 in die zwei bioaktiven Co-Enzym-Formen von Vitamin B12 umgewandelt: In der Zelle selbst, besonders in den Zellen des Zentralnervensystems, wird Methylcobalamin benötigt, das eine wichtige Rolle bei der Methionin-Synthase spielt. In den Mitochondrien hingegen – den „Energiekraftwerken“ unserer Zellen – wird Adenosylcobalamin benötigt, welches hier ebenfalls sehr wichtige Funktionen übernimmt.

Vitamin-B12-Aufnahme

Passive Aufnahme ohne IF

Der oben beschriebene Mechanismus gilt für die aktive Aufnahme von Vitamin B12. Anders verhält es sich bei einer Aufnahme durch Injektionen oder passive Diffusion großer oraler Dosen im Dünndarm: Hier wird in beiden Fällen der oben beschriebene Weg  über den Intrinsic Factor umgangen und das Vitamin B12 geht direkt in das Blut über.

Dies hat auch zur Folge, dass die aufgenommene Vitamin-B12-Form intakt bleibt und zum Teil auch direkt von den Zellen aufgenommen werden kann.

Diese Formen der Aufnahme werden darum auch zur Therapie bei Aufnahmestörungen angewendet.

Aufnahmestörungen von Vitamin B12

Nun, da wir den Weg des Vitamin-B12 kennen, lässt sich leicht verstehen, wie verschiedene Aufnahmestörungen zustande kommen.

Im Magen kann ein Mangel an Pepsin und Salzsäure verhindern, dass das Vitamin B12 überhaupt aus der Nahrung gelöst werden kann, während ein Mangel an R-Protein verhindert, dass es intakt in den Dünndarm transportiert wird. Ursachen für solche Mängel können Störungen der Magenschleimhaut und fehlende Bildung von R-Protein und Salzsäure durch die Speichel- und Parietalzellen des Magens sein.

Im Dünndarm angekommen, werden Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse, Intrinsic Factor aus dem Magen und Kalzium aus der Nahrung benötigt. Hier sind Reizungen der Darmschleimhaut, Pankreas-Erkrankungen, Mangelernährung und Magenerkrankungen mögliche Ursachen für eine Vitamin-B12-Aufnahmestörung.

Im Blut können seltene genetische Störungen zu einem Mangel an Transcobalamin führen, so dass das B12 nicht zu den Zellen gelangt. Bei ausreichend Transcoblamin kann ein Überschuss von biologisch inaktiven Vitamin B12-Analoga dazu führen, dass nicht genügend echtes Vitamin-B12 an die Transcoblamine gebunden wird und so trotz eigentlich guter B12 Absorption ein Mangel entsteht. Vor allem bakterielle Übersiedlungen des Darms können zu solchen überhöhten Konzentrationen von B12-Analoga führen, aber auch der Verzehr einiger Algen.

In den Zellen werden wieder bestimmte Enzyme gebraucht, um das B12 korrekt in die Co-Enzym-Formen umzuwandeln. Hier verhindern vor allem verschiedene Erbkrankheiten (Cobalamin-Disease), dass die benötigten Stoffwechselvorgänge korrekt ablaufen können.

Tabelle: Mögliche Ursachen für eine Vitamin-B12-Aufnahmestörung

Magen

Mangel an Intrinsic Factor

Chronisch atrophische Gastritis,
Magenkarzinom,
Gastrektomie,
Antikörper gegen IF,
Heliobacter pylori

Säure und Pepsinmangel

Leichte Gastritis (Magenschleimhautentzündung),
Achlorhydrie,

Medikamente

Darm

Keine Aufnahme im Dünndarm

Div. Erkrankungen und Reizungen des Darms,
Alkohol, Drogen, Medikamente,
starker Calziummangel

Bauchspeicheldrüse

Fehlendes Pankreas-Enzym

exokrine Pankreasinsuffizienz, Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Bauchspeicheldrüsenkrebs, Pankreaszysten,
Pankreasruptur und Mukoviszidose.

Blut und Zellen

Gestörte Verwertung von B12

Erbkrankheiten,
Medikamente,

Bakterielle Überwucherung

Beheben der Aufnahmestörungen

Außer bei fehlenden Teilen von Magen und Darm aufgrund entsprechender Operationen und im Falle der Cobalamin-Erbkrankheiten, sind die Ursachen der Aufnahmestörungen meist therapierbar. Aufgrund der Vielfalt der infrage kommenden Krankheiten würde die Beschreibung der einzelnen Therapieansätze hier jedoch den Rahmen sprengen. Ernährungsumstellungen und eine Regeneration der Darmflora wären erste hilfreiche Ansätze. Teilweise sind auch Pilz- und Bakterienbefall ein Teil der Ursachen.

Bis die Aufnahmestörung behoben ist, sollte Vitamin-B12 in größeren Dosen über entsprechende Präparate eingenommen werden, um die Unterversorgung auszugleichen.

B12-Präparate bei Aufnahmestörungen

Bei Aufnahmestörungen müssen die oben genannten Faktoren so gut es geht umgangen werden. Dies ist auf zwei Wegen möglich:

  1. Hochdosierte orale Präparate
  2. Injektionen, welche die Verdauung komplett umgehen

Bei oraler Einnahme von hohen Dosen Vitamin-B12 über Vitamin-B12-Präparate kann der gesamte Resorptions-Vorgang in Magen und Darm umgangen werden, da geringe Mengen an Vitamin B12 – etwa 1 Prozent der Dosis – per passiver Diffusion durch die Darmwand ins Blut gelangen. Probleme durch einen Mangel an Pepsin, Pankreas-Enzymen und Intrinsic Factor können so ausgeschaltet werden.

Dosierung: 1000µg pro Tag

Injektionen: Der gleiche Effekt kann durch intramuskuläre Injektionen von Vitamin B12 erreicht werden. Die Unterschiede in der Wirksamkeit verschiedener Wirkstoffe wurden hier bisher nur für Hydroxycobalamin und Cyanocoblamin vergleichend untersucht, wobei Hydroxycobalamin besser aufgenommen wird. (1, 2) Für Methylcobalamin ist ebenfalls eine gute Wirksamkeit erwiesen – jedoch fehlen vergleichende Studien.

Dosierung: 1000µg Hydroxocobalamin alle 8 Wochen

Wirkstoffe

Bei oraler Einnahme empfiehlt sich die direkte Verwendung der natürlichen und bioaktiven Formen: Methylcobalamin, Adenosylcobalamin und Hydroxocobalamin

Bei Injektionen sind nur die Wirkstoffe Hydroxocobalamin und Cyanocobalamin erhältlich. Hydroxocobalamin zeigt hier eine weit bessere Bioverfügbarkeit. Bei den genetischen Störungen hat der Wirkstoff Cyanocobalamin gar keinen Effekt, da er nicht verwertet werden kann, Hydroxocobalamin hingegen bleibt bei einigen dieser Störungen wirksam. (3)

Quellen

1. Keith Boddy, et al. Retention of cyanocobalamin, hydroxocobalamin, and coenzyme b12 after parenteral administration. The Lancet, Volume 292, Issue 7570, 28 September 1968, Pages 710–712

2. Hertz, H., Kristensen, H. P. Ø. and Hoff-JØrgensen, E. (1964), Studies on Vitamin B12 Retention Comparison of Retention Following Intramuscular Injection of Cyanocobalamin and Hydroxocobalamin. Scandinavian Journal of Haematology, 1: 5–15. doi: 10.1111/j.1600-0609.1964.tb00001.x

3. Hans C. Andersson, MD, Emmanuel Shapira, MD, PhD Biochemical and clinical response to hydroxocobalamin versus cyanocobalamin treatment in patients with methylmalonic acidemia and homocystinuria (cblC) The Journal of Pediatrics, Volume 132, Issue 1, January 1998, Pages 121–124



34 Responses to “Vitamin B12 Aufnahmestörung”

  1. Gabriele Lendle:

    guten Tag!
    Es heißt, dass der Darm auch B12 produziere, einige Ärzte sagen allerdings, dass man seinen Kot essen müsse, um das B12, das im Darm produziert wird, resorbierbar zu machen? Können Sie dazu was sagen? Danke vorab und herzliche Grüße aus Korntal bei Stuttgart, Gabriele Lendle

  2. sehr geehrte damen und herren
    kann die einnahme von sogenannten magenschonern wie z,b pantoprazol zu einer vitamin b12 störung oder magenl beitragen
    ich bemerke viele dieser symtome muss allerdingssagen dass ich viele andere medikamente einnehmen muss hautsächlich gegen asthm und scherzmitteln wegen div rückenbeschwerden nach mehrfachen wirbelbrücken und bandscheiben 2 op,s auslösend wahrscheinlich die gesichterte diagnose osteoporose
    unter den medikamenten auch morphin ,voltaren , metamyzol, lyrika kortison ( schon mind 25 Jahre) foster Menthylprednisolon
    mfg
    oswald

  3. Hallo,

    ich vermute, dass ich an einer Vitamin B12 Aufnahmestörung leide. Falls dies der Fall wäre, welche anderen Vitamine, Nähr- und Vitalstoffe könnten denn dann ebenfalls betroffen sein, also nicht ausreichend aufgenommen werden? Oder ist Vitamin B12 ein Sonderfall, weil es nach der Nahrungsaufnahme noch umgewandelt werden muss?
    Ich würde das gerne wissen, damit ich einen Eindruck bekomme, welche anderen Sachen ich im Blutbild noch testen lassen sollte.

    Vielen Dank im Voraus und viele Grüße

    • Hallo,

      das kommt auf die Art der Aufnahmestörung an.
      Bei Darmproblemen können fast alle Vitamine und Mineralien betroffen sein.

      Grüße

  4. schröder, christiane:

    mein mann litt 15 jahre unter einem reflux, bekam vom gastroenterologen nexium mups verschrieben, nahm diese 15 jahre lang ein, vor einem jahr kam der totale einbruch, neurologische ausfälle bis hin zu einer „schweren depression“, ärzte behandelten ihn auch nur darauf, wir haben dann durch zufall im internet über vitamin b12 mangel gelesen, darauf bekam mein mann vitamin b12 oral zugeführt( methylcobalamin 1000µg tgl. ) es ging ihm dann wieder gut, keine beschwerden mehr, jetzt nach einem jahr geht es ihm wieder schlecht, der damaliger vitamin b12 wert war 486, nun beträgt der wert 386, wie ist das möglich, vielleicht wissen sie eine antwort darauf es grüsst christiane schröder

    • Hallo,

      Ihr Mann sollte dauerhaft Vitamin B12 einnehmen, da der Bluspiegel sonst immer wieder absinken wird.
      Die Aufnahme aus der Nahrung scheint schlecht zu sein, so dass der Körper Unterstützung über Präparate braucht.

      Grüße

  5. Hallo Herr Rotter,
    Mir geht es seit sehr vielen Jahren teilweise sehr schlecht, ich bin immer sehr müde , abgeschlagen, sehr nervös, geräuschempfindlich, absolute Alkoholunverträglichkeit ( bei geringen Mengen Alkohol geht es mir ein bis zwei Tage später sehr schlecht) vernebelt im Kopf usw. Nun wurde der Vitamin B 12 wert getestet und der lag bei über 3000. Alle Ärzte sagen des hätte nichts zu bedeuten und ein Verwertungsproblem gebe es nicht. Hätten sie vielleicht eine Idee was ich tun könnte?
    Schönen Gruß
    Isa

  6. Hallo,
    Ich habe Hashimoto thyreoditis und eine chronische Gastritis…vor 2 Jahren ging es mir sehr schlecht und auf mein Drängen wurde der B12 Wert bestimmt. Er lag bei unter 40. Seitdem spritze ich B12 subcutan. In der ersten Zeit wöchentlich und dann alle 8 Wochen. Einmal lag der Wert bei 1600 und jetzt bei 350. Ab sofort soll ich wieder wöchentlich spritzen (für 4 Wochen) und dann alle 3 Wochen. Das ist so ein Ausprobieren. Aber wenn der Wert so wie jetzt ist geht es mir nicht gut. Wie kann ich genau bestimmen, wie oft ich mich spritzen muss? Noch eine Anmerkung – ich nehme täglich L-Thyroxin 200 ein. LG und Danke!

    • Hallo Frau Witte,

      das können Sie leider tatsächlich nur ausprobieren. Werte über 400 wären sicher gut.

      Beste Grüße

  7. Hallo David Rotter,
    ich habe Morbus Biermer und eine Cobaltallergie und manche Hersteller warnen vor einem anaphylaktischen Schock. Cobalt ist das Hauptatom von Cobalaminen, ist eingeschlossen, also nicht freies Atom. Ich muss es aber nunmal zuführen und drücke mich, habe aber nun bald einen stationären Termin zur Testung in der Hautklinik des städtischen Krankenhauses meiner stadt.Ein Arzt einer bekannten Umweltklinik, die ich anschrieb, empfahl mir nun eine etwas unkonventionellere Methode um den B12- Spiegel „anzuheben“. Ich weiss nicht, was ich davon halten soll. Ihre Meinung dazu würde mich daher sehr interessieren. Und zwar empfahl er mir, kein B12 zu spritzen,ganz im Gegenteil, sondern Eisen zuzuführen, Folsäure, B6 40mg 2xtgl und L-Karnitin und viel Fleisch zu essen.Bei näherem Nachhaken wegen des Inzolens kam aber keine Rückmeldung mehr, soll für mehr Infos bezahlen, dabei hätte ich ja stationär kommen können 😉 Bin mir unsicher, ob man sich verstanden hat oder misverstanden (ging alles zackzack am Telefon) und mir kam es komisch vor, weil er als Eiseninfusion Inzolen empfahl, was aber das vierfache an B12 enthält als meine B12-Spritzen, was dann unlogisch wäre, wenn ich ja seiner Meinung nach kein B12 als Medikamnet zuführen soll. Erst empfahl er ein gängiges Eisenpräparat, was aber wegen einer aktuellen Magenschleimhautentzündung als doch nicht passend empfunden wurde. Was halten Sie generell von dieser alternativen Methode? Halten Sie das für möglich? Ich frage mich, woher kommt das B12 und wie soll das funktionieren? Dann habe ich eine zweite Frage: Kennen Sie aktuelle Studien zum Thema Wiederherstellung des Intrinsic factors? Ich wäre natürlich extrem interessiert, wenn Sie dazu Infos hätten. Bisher hiess es ja, der IF sei nicht wiederherstellbar, aber man forsche. Natürlich hoffe ich darauf, dass man ihn doch irgendwann wieder herstellen kann, schon alleine aufgrund meiner Cobaltallergieproblematik. Liebe Grüße, Violetta

    • Hallo,

      es gibt tatsächlich einzelne Fälle von anaphylaktischem Schock nach B12-Injektionen, die noch nicht ganz aufgeklärt sind – Cobal-Allergien sind hier, wie sie richtig annehmen, der beste Kandidat für eine Erklärung.

      Eisen, Folsäure und B12 gehören sozusagen zu einem Wirkkomplex. Die Theorie Ihres Therapeuten wäre wohl, die Nährstoffdichte in diesem Gesamt-System insgesamt anzuheben und so die Auswirkungen des B12-Mangel zu lindern. Als B12-Quelle wäre in seinem Vorschlag das Fleisch enthalten.

      Tatsächlich sind Injektionen bei Kobalt-Allergien meist schwierig und es muss mit niedrig dosierten oraln Präparaten (oder Fleisch) gearbeitet werden, die unter der Toleranzschwelle liegen.

      Ich würde orale Präparate probieren – haben Sie hier schon Erfahrungen, bei welchen Dosierungen allergische Reaktionen auftreten?

    • Nein, oral habe ich noch nichts genommen. Ich habe zwar Methylcobalamin 500ug Minikapseln von Sunday Natural hier, aber mich aus Angst bisher noch nicht getraut, muss ich zugeben.Meinen Sie, die Menge würde ausreichen bei fehlendem IF? Am 16.7 war mein Blutserum B12-Wert bei 362 (Referenzwert 400, Holotrans bei 91. MMA wurde nicht gemessen, habe aber Zungenbrennen und kann kaum denken. Ich habe am 17.8. einen Termin im Krankenhaus (Hautklinik im Krankenhaus), da sollen die Spritzen (Pascoe, Hydroxi, 1500)getestet werden, aber bin mir nicht sicher, ob das alles so gut ist, da man ja auch irgendwann später reagieren könnte und das vielleicht dann noch provoziert würde.

    • Hallo,

      ihr Holo-Transcobalamin liegt bei 91 pmol/l? Warum wollen Sie da überhaupt B12 zuführen?

      Grüße

    • Im Endeffekt… bombardiere ich meinen Körper dann nicht sogar mit mehr Cobalt, wenn ich es täglich zuführe? Bin total verunsichert.

    • Hallo,

      es scheint, dass es meistens eine Schwelle gibt unter der keine Reaktion stattfindet.
      Bei Injektionen werden riesige Mengen auf einmal aufgenommen, oral ist die Aufnahme viel geringer – daher auch besser verträglich.

      Grüße

    • Dass mein HoloTC gerade bei 91 ist, verstehe ich auch nicht so wirklich, muss ich zugeben, denn ich habe Morbus Biermer und seit Monaten keine Spritze bekommen. Der Holo TC ist seitdem sogar angestiegen, nur der Serumwert ist gesunken. Die typischen Symptome haben aber zugenommen. Ich bin da auch erstaunt, muss ich zugeben.

  8. Hallo, bei mir wurde vor einiger Zeit das Ileum operativ entfernt, dadurch ist die Aufnahme von Vitamin B12 gestört. Ich lasse mir daher seit einigen Jahren monatlich eine Spritze geben um den B12 Mangel auszugleichen. Jetzt habe ich gelesen, dass man das Vitamin B12 auch über die Mundschleimhaut aufnehmen kann. Ist das richtig? Und wenn ja, welchen Dosis und welches Präparat müsste man da nehmen?

    MFG Karl Schleer

    • Hallo,

      ja, das ist möglich. Die Dosis muss hierfür hoch genug sein – 500-1000 µg.
      Und Sie sollten das nachkontrollieren, da hierzu wenig verlässliche Studien existieren.

      Tropfen oder Lutschtabletten wären hier die Präparate – lange im Mund behalten und so spät wie möglich schlucken.

      Grüße

  9. Guten Tag,
    ich habe ein sehr unangenehmes Problem.
    ich vertrage B12 weder oral noch gespritzt.
    Ich entwickel, bei Tabletten nach 2 Tagen, bei Spritzen nach 2-3 Wochen eine extreme Akne mit roten , harten Pickeln die sich monatelang halten und sehr unangenehm sind.
    Ich habe sowohl Cyanocobalamin als auch Hydroxycobalamin ausprobiert sowie verschiedenste Präparate. Es ist immer die gleiche Reaktion.
    Was könnte die Ursache sein? Cobalt -Allergie?
    Noch viel wichtiger: wie kann ich diese Reaktion vermeiden und was kann ich gegen den Ausschlag tun?

    Liebe Grüße und Danke für ihre Hilfe

    • Hallo,

      häufigste Ursache ist in der Tat wohl eine Cobalt-Allergie.
      Tritt der Effekt bei allen Dosierungen auf? Bei einigen Menschen gibt es scheinbar eine Grenze, bis zu welcher der Körper das B12 toleriert.

      Grüße

    • Hallo,
      ja, leider. Allerdings in unterschiedlicher Heftigkeit.
      Das ganze begann aber erst mit der Einnahme der JARROWS-Tabletten.
      Vorher hatte ich nie Probleme.

    • Hallo,

      man kann versuchen sich langsam heranzutasten, also mit geringer Dosierung (z.B. 250µg) beginnen und dann schauen, bis wohin der Körper das B12 verträgt.

      Grüße

  10. Hallo Herr Rotter, ( entschuldigung wegen Grammatik, ich bin keine Deutsche )ich habe seit Monatelang ein sehr starkMetall Mundgeschmack, der Arzt hat Vitamin b12 Spritz aufgeschrieben, die nehme ich zweimal die Woche auf. Solange ich die Spitze kriege ist alles in Ordnung, wenn ich aufhöre innerhalb 3 Tagen kommt wieder zurück. Ich möchte nicht ein lebenslang mich spritzen lassen, ich möchte den Grund wissen und den Grund „bekämpfen „. Wo soll ich anfangen? Vielen Dank für Ihre Hilfe, Anikó

    • Hallo,

      das ist leider nicht immer ganz einfach.
      Zunächst werden meist Magen und Darm untersucht: Spiegelung, Tests auf Parasiten uns so weiter.

      Ansonsten finden Sie unten im Artikel „Vitamin B12 Mangel Test“ eine Grafik, die erklärt, wie man hier vorgeht.

      Grüße

  11. Hallo,

    bei mir wurde vor kurzem nach einer Magenspiegelung eine chronische Gastritis sowie nach einem Bluttest ein Vitamin B 12-Mangel festgestellt. Mir wurde nun erstmal Vitamin B12 gespritzt. Ich lebe seit drei Jahren vegetarisch/vegan und führe einen eher hektischen/Lebensstil.

    Nützt es überhaupt etwas, wenn ich B12 in Tablettenform nehme? Oder werden die einfach wieder ungenutzt ausgeschieden?

    • Hallo,

      bei einer Gastritis kann der orale Weg teilweise schwierig sein.
      Bei hohen Dosen ab 500µg kann eine Supplementierung aber auch hier Erfolg haben.

      Grüße

  12. Hallo,

    wie kann ich denn den Grund für eine Aufnahmestörung herausfinden, welche Test müssen gemacht werden?

    Vielen Dank schonmal für die Antwort und viele Grüße

    Jana

    • Hallo,

      beginnend im Magen- Darmbereich müssen nach und nach die beschriebenen Ursachen ausgeschlossen werden.
      Für jede mögliche Ursache gibt es entsprechende Tests.

      Dabei sollte aus ökonomischen Gründen vom einfachen zum komplizierten fortgeschritten werden – also Gen-Tests usw. zuletzt.

      Grüße

  13. Hallo und vielen Dank für die Antwort Herr Rotter. Ich werde Ihrem Rat folgen und einen B6-Test machen lassen. Zu gegebener Zeit melde ich mich zurück.

  14. Hallo, Sie sagen „Außer bei fehlenden Teilen von Magen und Darm aufgrund entsprechender Operationen und im Falle der Cobalamin-Erbkrankheiten, sind die Ursachen der Aufnahmestörungen meist therapierbar.“
    Ich habe einen B12 Mangel selbst testen lassen, der sich bestätigt hat, aufgrund Leistungsschwäche, die ich nicht begründen konnte. Ausserdem wurden Parietalzellen-AK festgestellt. Mein Magen ist sonst ohne Beschwerden. Habe mit Hydroxocobalamininjektionen den Speicher gefüllt und spritze nun alle 3 Monate. Fühle mich zunächst mal sehr viel besser – alles seit August 2014 angefangen.
    Frage an Sie: Kann ich Parietalzellenantikörper aufhalten oder sogar zurückdrängen? und den normalen Intrinsic factor wieder herstellen? Oder ist das eine Autoimmungeschichte, gegen die man nicht ankommt. Ich nehme täglich ein Mikronährstoffgranulat aus der Apotheke, um meinen gesamten Körper zu stärken.
    Im Jahre 2000 war ich ausgepowert und hatte – eine bis dato vom Ursprung unklare – Psychose – mit 50 Jahren erstmals. Medikamentöse Behandlung bis heute. Kein Rückfall, aber auch keine Absetzung möglich. Momentan reduziere ich das Neuroleptikum und im Zusammenhang mit den Nährstoffen und dem Vitamin B12 -, habe ich das Gefühl, ich stabilisiere mich.
    Die Dosis Neuroleptikum ist sehr gering: 50mg Amisulprid. Da ich den Ursprung bzw. den Beginn meines Vitaminmangels nicht weiß, denke ich, das die Psychose damit zutun hat. Ich rauche nicht, trinke keinen Alkohol, habe kein Übergewicht und ernähre mich normal und habe auch noch nie eine Diät gemacht etc. Das einzig Negative: ich habe immer zuviel gearbeitet. Stress. Vielleicht können Sie mir etwas dazu sagen. Vielen Dank im Voraus!

    • Hallo,

      die Typ-A-Gastritis (aufgrund der Antikörper) gilt als chronisch und es gibt keine offizielle Therapie. Über alternativmedizinische Verfahren bitte ich Sie, anderswo Informationen einzuholen.

      Ich empfehle zusätzlich einen Nährstoff-Test auf Vitamin B6 (wenn möglich zelluläres B6) – dies steht oft in Zusammenhang mit Psychosen etc.
      Bei Stress und Magenproblemen treten oftmals Nährstoffmängel auf, die zu einem Teufelskreis werden können. Auch die Psychopharmaka verhindern oft die Aufnahme von Nährstoffen.

      Meist sind solche Krankheitsbilder auf mehreren Ebenen anzugehen: Ernährungsumstellung, Zufuhr von Mirkonährstoffen, Therapie und Umstellung des Lebenswandels. Einzeln reichen diese Maßnahmen oft nicht aus.

      Grüße

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